Musik
Musik im Reel: Warum Trendmusik für Sparkassen teuer werden kann
Ein kurzes Video mit Teamfoto, ein Trend-Sound dazu, fertig. In vielen Häusern passiert das nebenbei. Es ist aber eine der häufigsten Abmahnfallen auf Social Media.
Warum das ein Problem ist
Die Musikbibliothek von Instagram ist lizenziert, aber die Lizenzen decken nach den Angaben von Meta nur die private, nicht kommerzielle Nutzung ab. Eine Sparkasse ist kein privater Account, auch wenn ein Reel harmlos wirkt. Business-Accounts haben deshalb nur Zugriff auf eine kleinere Sammlung, die Facebook Sound Collection. Aktuelle Hits fehlen dort meist.
Das Risiko
Kanzleien suchen gezielt nach Unternehmen, die Musik aus der privaten Bibliothek nutzen, und mahnen sie ab. Gefordert werden Schadenersatz von teils mehreren Tausend Euro pro Titel und die Anwaltskosten, dazu eine Unterlassungserklärung mit kurzer Frist. Der Trick, den Account kurz auf privat zu stellen, ist keine Lösung. Er gilt als Verletzung und kann den Account kosten.
Was sicher ist
- Beiträge ganz ohne Musik oder mit Originalton aus dem Haus.
- Musik aus der Facebook Sound Collection, so wie sie im Creator Studio angeboten wird, mit den dort genannten Pflichtangaben.
- Lizenzfreie Musik mit ausdrücklich gewerblicher Nutzung, aus einer Bibliothek, deren Lizenz ihr dokumentiert.
- Musik unter einer freien Lizenz, zum Beispiel Creative Commons, wenn die gewerbliche Nutzung erlaubt ist und ihr die Bedingungen einhaltet.
Was ihr jetzt tun könnt
Prüft eure letzten Reels auf Trendmusik. Beiträge, die ohne Lizenz online sind, ladet ihr am besten ohne Tonspur neu hoch. Legt im Haus eine einfache Regel fest, welche Quellen erlaubt sind und wer sie freigibt. Im Sparkassen-Bootcamp bekommst du dazu eine Checkliste zum Mitnehmen.
Hinweis
Dieser Text ist eine Orientierung und kein Rechtsrat. Bitte lasst die Regeln für euer Haus von der Rechtsabteilung prüfen. Stand: Oktober 2026.